Tag 0
Stammzellengabe
Knochenmarkstransplantation
der erste Tag des Wiederaufbaues
System-Reboot
der zweite Geburtstag
der Tag an dem die Tage vom Minus
ins Plus kippen
die Uhren zurückgestellt werden
der countdown ein count-up wird
die verbalen rituale um diesen tag
sind in meinen ohren ein kleinwenig "esoterisch"
aber das ist wohl ansichtssache
einen wald aufforsten ist eine heidenarbeit
auch wenn dein ursprüngliches ziel war
das unkraut loszuwerden
als du ihn niedergebrannt hast
tag 0
und am vormittag gibts dann nicht nur ein d-day
sondern auch eine h-hour - 12.30
und selbst das warten fühlt an diesem tag sich heilig an
das gefühlt irgendetwas bedeutendes
tun oder denken zu müssen
und dann doch nur bereit sein
den ganzen vormittag heizt die sahara auf
mit knacksenden summenden geräuschen
vor meiner tür
und einem dezenten piepsen
wenn der sensor die korrekte temperatur quitiert
sahara, ein kleiner ofen
der meine tiefgefrohrenen stammzellen
(4,9 Millionen Stück)
auf Betriebstemperatur bringen wird
die Zeit ist um
und ich hänge an den monitoren
vertreibe mir die zeit mit einfachen bio-feedback spielchen
small talk während den letzten vorbereitungen
6 leute in meinem zimmer
welcher aufwand
es geht los
die stammzellen - in einem lächerlich
nur zu einem viertel vollen blutkonservensack
werden hereingereicht
draußen steht der der mann von der blutbank
- heute ein shakespearscher bote - "the day is yours"
der sich sicher ist, dass das was er heute überbringt
mit freuden entgegengenommen wird -
mit der fettesten ausweißplakette die ich je gesehen hab
in zivil aber anonym unter seinem mundschutz
und die übergroße grüne haube lässt mich schmunzeln
(wie wenn er am weg zu einem kinderfasching wäre)
ein nicken
das mehr enthält als worte in den kurzen augenblick ausdrücken könnten
in dem sich unsere augen treffen
namen, daten, nummern werden verlesen
kontrolliert und protokolliert
gerade so als ob es sich um die einsatzcodes
strategischer nuklearwaffen handelt
und übung ist auch das keine
der eigentliche akt der stammzellengabe
ist ebenso archaisch wie unspektakulär
die stammzellen (in der kühlflüssigkeit)
- mit der farbe von pink grapefruit, naturtrüb
rinnen
einfach durch meinen portacath in mich hinein
ein paar gespannte minuten
und dass womit niemand gerechnet hat - bleibt aus
lediglich ein sanfter geschmack auf den lippen
"irgendwie fruchtig"
(und tags darauf wird eine schwester kommen und sagen
"hier richt es nach frischen zellen" (obwohl es das kühlmittel ist, das man riecht)
und der geschmack in diesen minuten wird ausreichen
um ihr zu glauben)
und nach knapp 20 minuten ist auch das vorbei
die ärztin lässt den schlauch bis zuletzt in mich rinnen
"wir wollen nichts vergeuden"
und ich denke an einen kleinen buben
der seine erstes cola trinkt und sich fragt wie er nach der flasche
auch noch den strohhalm
richtig leer bekommt.
die party ist vorbei
und ich bin wieder alleine mit meinen maschinen
ein schmunzeln vor dem hinübergleiten
in einen sanften schlaf
über einen gedanken
den es erst zu fassen gilt
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Sonntag, 1. Mai 2011
angel eyes (REPLAY)
meine engel hatten keine flügel
und an ihre gesichter werde ich mich nur schwer erinnern
weil ich viele von ihnen selten oder gar nicht gesehen hab
lediglich ihre augen
lediglich ihre augen
die haare versteckt
die gesichter vermummt
die stimme gedämpft - verzerrt
und lediglich ihre augen sprechen wirklich
und was ich von ihren gesichtern zu sehen sehen glaube
ist das nachbild einer erinnerung bestenfalls
eine neue stimmen die an meinem bett auftaucht
nachts im gegenlicht
der körper etwas klobig in der wärmenden nachtdienstkluft
so als ob sie drunter flügel versteckt hätte
augen die auf mich einreden
mir zureden
nachdem ich zu lange die schmerzmittel verweigert
und natürlich behandelt sie mich gerade wie ein kleines kind
- weil ich mich auch gerade wie eines verhalte -
aber ich verstehe was sie wirklich sagen:
hör jetzt auf den helden zu spielen um er nachher zu sein
lass dich jetzt fallen - um nachher zu fliegen
(und wer wüsste das besser als sie)
mundlose gesichter
redundanzen reduziert
weil auch augen können lachen
zuletzt auch die letzten attribute
ihrer persönlichkeiten
meinem blick entzogen
die frisuren unter den ewig grünen
hauben versteckt
der streng und dynmiasche zopf
(mein puls angenehm auf 140 hoch bei unserem ersten aufeinandertreffen)
die hochgesteckten haare
(die immerschon irgendwie für begehrenswerte geborgenheit standen)
die wallende Mähne
sie alle - uniformer als ich es je gewesen bin
meine armee des lichtes
tag 11 - die ersten schritte außerhalb meines zimmers
es ist warm, unsere ärmel hochgekrempelt
zum ersten mal sehe ich ihr haar
mit den kecken kleinen rossschwanz
die bänder unserer masken flattern
die schritte so leicht
und meine trunken von den vielen raum
nur ein wenig den gang entlang
und ihre augen sehen aus wie die
der jungen linda evangelista
und ihr gesicht werde ich erst in 4 tagen sehen
langsam dämmerst es
das du die tage hier ohne lager-koller
überstehen wirst
aber ein stockholm-syndrom
mit heim nimmst
meine engel hatten nur ihre augen
andererseits
auch augen haben die form von flügel
und an ihre gesichter werde ich mich nur schwer erinnern
weil ich viele von ihnen selten oder gar nicht gesehen hab
lediglich ihre augen
lediglich ihre augen
die haare versteckt
die gesichter vermummt
die stimme gedämpft - verzerrt
und lediglich ihre augen sprechen wirklich
und was ich von ihren gesichtern zu sehen sehen glaube
ist das nachbild einer erinnerung bestenfalls
eine neue stimmen die an meinem bett auftaucht
nachts im gegenlicht
der körper etwas klobig in der wärmenden nachtdienstkluft
so als ob sie drunter flügel versteckt hätte
augen die auf mich einreden
mir zureden
nachdem ich zu lange die schmerzmittel verweigert
und natürlich behandelt sie mich gerade wie ein kleines kind
- weil ich mich auch gerade wie eines verhalte -
aber ich verstehe was sie wirklich sagen:
hör jetzt auf den helden zu spielen um er nachher zu sein
lass dich jetzt fallen - um nachher zu fliegen
(und wer wüsste das besser als sie)
mundlose gesichter
redundanzen reduziert
weil auch augen können lachen
zuletzt auch die letzten attribute
ihrer persönlichkeiten
meinem blick entzogen
die frisuren unter den ewig grünen
hauben versteckt
der streng und dynmiasche zopf
(mein puls angenehm auf 140 hoch bei unserem ersten aufeinandertreffen)
die hochgesteckten haare
(die immerschon irgendwie für begehrenswerte geborgenheit standen)
die wallende Mähne
sie alle - uniformer als ich es je gewesen bin
meine armee des lichtes
tag 11 - die ersten schritte außerhalb meines zimmers
es ist warm, unsere ärmel hochgekrempelt
zum ersten mal sehe ich ihr haar
mit den kecken kleinen rossschwanz
die bänder unserer masken flattern
die schritte so leicht
und meine trunken von den vielen raum
nur ein wenig den gang entlang
und ihre augen sehen aus wie die
der jungen linda evangelista
und ihr gesicht werde ich erst in 4 tagen sehen
langsam dämmerst es
das du die tage hier ohne lager-koller
überstehen wirst
aber ein stockholm-syndrom
mit heim nimmst
meine engel hatten nur ihre augen
andererseits
auch augen haben die form von flügel
Freitag, 22. April 2011
dead man walking/ frühlingserwachen (echtzeit)
es gibt es zeit des niederganges
und eine zeit des darniederliegens
eine zeit der der brache
und des auferstehens
und die totgesagten
werden den ungehörten ruf folgen
sich aus ihren gräbern erheben
und die gegenwart
der lebenden suchen
vielleicht ist es nur der fühling gewesen
die sonne, die wärme, das grün vor dem fenster
lachen im hof, ein fußball der gegen die hauswand knallt,
das leben eben
ungekannte teufel reiten mich
und ich gehen alleine spazieren in den park
etwas das ich nicht mal mir selbst erklären kann
die musik im ohr
zu rappig, zu laut, zu hart, zu schnell,
ich bin wie ein alter recher,
den man übertakten muss,
damit er wenigstens irgendwie hochkommt
und auch wenn du dich nur bei jedem 4. beat bewegst
bist du auch im takt (irgendwie)
erst mal im ehrgeiz die runden ziehen
lage peilen, die schatten meiden, die farbe saugen
in den düften baden, ohne maske, ohne kappe
die ideallinie suchen wie ein rennfahrer
(abstandsmaximal)
dann endlich
dorthin, wohin dich dein unstillbarer hunger wirklich treibt
auf den sportplatz - zaungast am rande
ein spanner, ein zuseher, ein stalker, ein voyeur
einer der gerne würde, aber noch nicht darf, noch nicht kann
zombies zieht es immer zu den lebenden
ein wenig mit den bord rumkurven
ein paar körpe werfen
den flug der scheibe folgen - heute würden dich selbst diese anfänger ausbremsen
oder lediglich ein kickerl - nur für 5 minuten
vom sandplatz fliegt ein volleyball in meine richtung
und ich werfe ihn zurück
- bemüht - den bis ich am ball bin ist die blonde auch schon da
und es wird nur gerade noch ein "zuwerfen" anstelle eines "aufhebens"
sie trägt die unvermeidbaren nerd-brillen des sommers 2011
aber was sie sagt versteh ich nicht
weil mir immer noch sido ins ohr brüllt
zeit weiterzugehen bevor ich auffalle
"ja officer, da war allerdings ein verdächtiger mann am spielplatz
mit glatze, und viel zu warm angezogen für die hitze"
zwei runden - zwei rastpausen - später
ist die sonne weitergezogen
und macht sich auch langsam auf den heimweg
eine adäquate bank ist frei und
auf den sportplätzen ist das durchschnittsalter merklich angestiegen
nur die blonde und ihre clique ist noch da
ein sanfter reggea im ohr
die gedanken ziehen lassen
spüren wie alles, das das die letzten tage ganz vorne war
jetzt irgendwo hinten im halbschatten wartet
zeit heimzugehen und festzustellen
das man sich zum ersten mal nicht wie "der kranke" bewegt
liegt wohl daran, dass man ja noch im theoretischen blickfeld der blonden ist
("alter esel" eben)
auf den kurzen heimweg dennoch zwei gesehen
die man von der krebsstation kennt
wir sind legionen
und eine zeit des darniederliegens
eine zeit der der brache
und des auferstehens
und die totgesagten
werden den ungehörten ruf folgen
sich aus ihren gräbern erheben
und die gegenwart
der lebenden suchen
vielleicht ist es nur der fühling gewesen
die sonne, die wärme, das grün vor dem fenster
lachen im hof, ein fußball der gegen die hauswand knallt,
das leben eben
ungekannte teufel reiten mich
und ich gehen alleine spazieren in den park
etwas das ich nicht mal mir selbst erklären kann
die musik im ohr
zu rappig, zu laut, zu hart, zu schnell,
ich bin wie ein alter recher,
den man übertakten muss,
damit er wenigstens irgendwie hochkommt
und auch wenn du dich nur bei jedem 4. beat bewegst
bist du auch im takt (irgendwie)
erst mal im ehrgeiz die runden ziehen
lage peilen, die schatten meiden, die farbe saugen
in den düften baden, ohne maske, ohne kappe
die ideallinie suchen wie ein rennfahrer
(abstandsmaximal)
dann endlich
dorthin, wohin dich dein unstillbarer hunger wirklich treibt
auf den sportplatz - zaungast am rande
ein spanner, ein zuseher, ein stalker, ein voyeur
einer der gerne würde, aber noch nicht darf, noch nicht kann
zombies zieht es immer zu den lebenden
ein wenig mit den bord rumkurven
ein paar körpe werfen
den flug der scheibe folgen - heute würden dich selbst diese anfänger ausbremsen
oder lediglich ein kickerl - nur für 5 minuten
vom sandplatz fliegt ein volleyball in meine richtung
und ich werfe ihn zurück
- bemüht - den bis ich am ball bin ist die blonde auch schon da
und es wird nur gerade noch ein "zuwerfen" anstelle eines "aufhebens"
sie trägt die unvermeidbaren nerd-brillen des sommers 2011
aber was sie sagt versteh ich nicht
weil mir immer noch sido ins ohr brüllt
zeit weiterzugehen bevor ich auffalle
"ja officer, da war allerdings ein verdächtiger mann am spielplatz
mit glatze, und viel zu warm angezogen für die hitze"
zwei runden - zwei rastpausen - später
ist die sonne weitergezogen
und macht sich auch langsam auf den heimweg
eine adäquate bank ist frei und
auf den sportplätzen ist das durchschnittsalter merklich angestiegen
nur die blonde und ihre clique ist noch da
ein sanfter reggea im ohr
die gedanken ziehen lassen
spüren wie alles, das das die letzten tage ganz vorne war
jetzt irgendwo hinten im halbschatten wartet
zeit heimzugehen und festzustellen
das man sich zum ersten mal nicht wie "der kranke" bewegt
liegt wohl daran, dass man ja noch im theoretischen blickfeld der blonden ist
("alter esel" eben)
auf den kurzen heimweg dennoch zwei gesehen
die man von der krebsstation kennt
wir sind legionen
Montag, 11. April 2011
das versagen der musik
die letzten jahre schon deine playlists aufgefüllt
mit den jungen wilden bands
die dir mit den lyrics und dem sound
eine kraft in den kopf hämmern
der anfangs noch ein ziel fehlt
rechtzeitig adagio for strings
und rammstein entdeckt
und damit die gewissheit
dass auch die allertiefste hoffnungslosigkeit
noch die zwar schwarzen - aber auch die schönsten
harmonien enthält
nach jedem zyklus ein album
aufbaukost und kraftnahrung
für etwas das noch nicht benannt ist
die tage vor dem nullpunkt
der soundtrack der die geschwindigkeit hochtreibt
damit dich die trägheit durch die nächsten tage werfen kann
dann der tag (tag +2/25.3.2011)
an dem deine playlist versagt
und du deine freunde nicht mehr erträgst
und du facebook genauso meidest wie deine musik
gerade so als ob dich die gesichter anstecken könnten
aber da du inzwischen nicht nur die trägheit eines elefanten,
sondern immer schon sein gedächtnis hast
trifft dich nicht einmal das unerwartet
das ziel des tages
das heute 2 kilometer näher - aber 100% der zeit weiter weg liegt
wird an diesem tag mit nelly überschritten
wir fackeln eine limosine über den strand von sta.barbara ab
während über uns ein überdimensionierter ehering kreist
ersatztotem für all die eheringe die hier nicht rein dürfen,
denn selbst mein psychologe muss seinen aus hygienegründen
hier abgeben
"if u ever loved some body - but your hands up"
heute reicht die kraft nicht um mitzusingen
aber wenigstens um einen arm zu heben
am nachmittag versagt dann auch noch deine leseliste
und das einzige was geht sind musikvideos
auch wenn dort nur die lady singt die so heisst wie du dich fühlst
mit bitpull (ich sehe nur vorübergehend so aus wie er)
die clubs abchecken
chicks mit plastikti**en
auf die form reduziert und ohne geschmack
weil selbst der vertrauteste geschmack eine herausforderung ist
nur die vergessenen songs auf deinen mp3 player sind erträglich
sänger die dir zu ähnlich sind -
weil präpotent wie falco
zornig wie eminem
rotzfrech wie sido -
zu ähnlich als dasss sie jemals deine freunde hätten werden können
nur sowas wie gefährten der nacht
und das muss auch an diesem vormittag reichen
und dann - später - wenn du dich vollständig
in dich selbst zurückgezogen hast
und dich die guten vorsätze nicht mehr bewegen können
wirds ein song sein
"BEWEG deinen ARSCH"
mit den jungen wilden bands
die dir mit den lyrics und dem sound
eine kraft in den kopf hämmern
der anfangs noch ein ziel fehlt
rechtzeitig adagio for strings
und rammstein entdeckt
und damit die gewissheit
dass auch die allertiefste hoffnungslosigkeit
noch die zwar schwarzen - aber auch die schönsten
harmonien enthält
nach jedem zyklus ein album
aufbaukost und kraftnahrung
für etwas das noch nicht benannt ist
die tage vor dem nullpunkt
der soundtrack der die geschwindigkeit hochtreibt
damit dich die trägheit durch die nächsten tage werfen kann
dann der tag (tag +2/25.3.2011)
an dem deine playlist versagt
und du deine freunde nicht mehr erträgst
und du facebook genauso meidest wie deine musik
gerade so als ob dich die gesichter anstecken könnten
aber da du inzwischen nicht nur die trägheit eines elefanten,
sondern immer schon sein gedächtnis hast
trifft dich nicht einmal das unerwartet
das ziel des tages
das heute 2 kilometer näher - aber 100% der zeit weiter weg liegt
wird an diesem tag mit nelly überschritten
wir fackeln eine limosine über den strand von sta.barbara ab
während über uns ein überdimensionierter ehering kreist
ersatztotem für all die eheringe die hier nicht rein dürfen,
denn selbst mein psychologe muss seinen aus hygienegründen
hier abgeben
"if u ever loved some body - but your hands up"
heute reicht die kraft nicht um mitzusingen
aber wenigstens um einen arm zu heben
am nachmittag versagt dann auch noch deine leseliste
und das einzige was geht sind musikvideos
auch wenn dort nur die lady singt die so heisst wie du dich fühlst
mit bitpull (ich sehe nur vorübergehend so aus wie er)
die clubs abchecken
chicks mit plastikti**en
auf die form reduziert und ohne geschmack
weil selbst der vertrauteste geschmack eine herausforderung ist
nur die vergessenen songs auf deinen mp3 player sind erträglich
sänger die dir zu ähnlich sind -
weil präpotent wie falco
zornig wie eminem
rotzfrech wie sido -
zu ähnlich als dasss sie jemals deine freunde hätten werden können
nur sowas wie gefährten der nacht
und das muss auch an diesem vormittag reichen
und dann - später - wenn du dich vollständig
in dich selbst zurückgezogen hast
und dich die guten vorsätze nicht mehr bewegen können
wirds ein song sein
"BEWEG deinen ARSCH"
coming home (T:+15 / 7.4.2011)
schlag ruhig mein wildes herz
und gib dich noch einen weiteren augenblick hier
der stillen zeitlosigkeit hin
und der ungewissheit
denn das nachhausekommen
(genauso wie das weggehen)
muss gut vorbereitet und beherzt erfolgen
wie ein geordneter rückzug
oder eine geplante invasion
und niemals wie eine überhetzte flucht
und gib dich noch einen weiteren augenblick hier
der stillen zeitlosigkeit hin
und der ungewissheit
denn das nachhausekommen
(genauso wie das weggehen)
muss gut vorbereitet und beherzt erfolgen
wie ein geordneter rückzug
oder eine geplante invasion
und niemals wie eine überhetzte flucht
Samstag, 19. März 2011
the austronauts wife
er - oben in seiner glaskobel
die noch hier, aber er - eigentlich schon weg.
unten, menschen ohne gesichter
und die wichtigste von ihnen
sie
er, nahezu jeglicher intimität entkleidet
und umschwärmt von seinen stab -
der natürlich der der steuerzahler.
alle in blau und wozu sich die namen merken
wenn er sie an den augen erkennt
und ans herz gewachsen
sind sie ihm sowieso
schon längst
die einsamkeit
dicht unter einem himmel,
der sich alles offen lässt,
während unter ihm eine stadt atmet
wo gelebt wird.
den blick den tauben folgen lassen
die sich in eine tiefe stürzen.
alles um eine zeit totzuschlagen
die noch rückwärts gezählt wird
am flightdeck die familienfotos -
wir bringen immer bilder zu den sternen.
daneben das logbuch -
in dem sie den tag seiner
wiederkehr,
der noch gar nicht existiert
unsichtbar
längst eingetragen.
er spult sein programm ab
vorgegeben
mit der disziplin eines häftlings
unverschuldet,
aber da das hadern ihn nicht reingebracht
wird es ihn hier auch nicht rausbringen.
und das worauf es ankommt
verkabselt, versenkt in ihn.
er muss es lediglich durchstehen
sie
geworfen, getrieben
von den freiheitsgraden
ein leben planen, das er sich zu denken
noch nicht gestattet.
gedanken werden dich wieder
nach hause bringen
aber jetzt
könnten sie ein herz zereissen
ein lächelnd für die kamera
auch das gibt halt
und zwischen den maschinen
wird er erst wissen was er empfindet
wenn er es ausgesprochen hat
sie werden sich sehen,
dafür sorgt die technik.
wann sie sie wieder berühren
bleibt fraglich
die noch hier, aber er - eigentlich schon weg.
unten, menschen ohne gesichter
und die wichtigste von ihnen
sie
er, nahezu jeglicher intimität entkleidet
und umschwärmt von seinen stab -
der natürlich der der steuerzahler.
alle in blau und wozu sich die namen merken
wenn er sie an den augen erkennt
und ans herz gewachsen
sind sie ihm sowieso
schon längst
die einsamkeit
dicht unter einem himmel,
der sich alles offen lässt,
während unter ihm eine stadt atmet
wo gelebt wird.
den blick den tauben folgen lassen
die sich in eine tiefe stürzen.
alles um eine zeit totzuschlagen
die noch rückwärts gezählt wird
am flightdeck die familienfotos -
wir bringen immer bilder zu den sternen.
daneben das logbuch -
in dem sie den tag seiner
wiederkehr,
der noch gar nicht existiert
unsichtbar
längst eingetragen.
er spult sein programm ab
vorgegeben
mit der disziplin eines häftlings
unverschuldet,
aber da das hadern ihn nicht reingebracht
wird es ihn hier auch nicht rausbringen.
und das worauf es ankommt
verkabselt, versenkt in ihn.
er muss es lediglich durchstehen
sie
geworfen, getrieben
von den freiheitsgraden
ein leben planen, das er sich zu denken
noch nicht gestattet.
gedanken werden dich wieder
nach hause bringen
aber jetzt
könnten sie ein herz zereissen
ein lächelnd für die kamera
auch das gibt halt
und zwischen den maschinen
wird er erst wissen was er empfindet
wenn er es ausgesprochen hat
sie werden sich sehen,
dafür sorgt die technik.
wann sie sie wieder berühren
bleibt fraglich
Donnerstag, 17. März 2011
sonnenaufgang (15.3.2011)
eine dunkle stadt unter mir
jedes fenster ein stern
der tiefe horizont ein grauer schleier
und das riesenrad eine silhouette
die stadt wirkt aufgeräumt wie eine dorfkirche
links die frauen, die schützend gaiastämmigen klötze der flacktürme und dahinter ein hochhauskomplex, eine einheitliche graue masse die sich im halblicht fast ängstlich zusammendrängt
rechts die männer, die schlanken phaloiden türme der kirchen,
zerbrechlich übermütig, das rathaus und einige schornsteinproleten
spitelau wie der quotenmann,
aber wegen der goldenen kugel dann doch eher wie eine tunte auf der falschen seite
und die kuppeln der museen und st.peter verstreut wie ovos perdidos
der himmel in reinsten pastellblau pigmentfrei
auf titanweisen hintergrund verlaufend
die sonne in glühender lava gemalt
selbst noch unsichtbar
aber verbrennt die wolkenränder
rückstandsfrei
blutrote flimmerfarben gewellt
am nebelmeer als ob dort wasser wär'
das sich noch überlegt ob es ein see oder eine flut ist
dann tritt sie hervor, die sonne
erhebt sich aus dem meer
steht kurz als roter kreis am himmel
brennt sich durch die letzte wolkenschicht
um am himmel zu etwas zu zergleisen
das die augen nicht mehr zu sehen vermögen
etwas das in den ohren rauscht
ich kann das licht hören
gerade so als ob sie einen
kurzen augenblick ihrer kinder gedacht hätte
erst japan im allgemeinen
und jetzt fukushima im besonderen
jedes fenster ein stern
der tiefe horizont ein grauer schleier
und das riesenrad eine silhouette
die stadt wirkt aufgeräumt wie eine dorfkirche
links die frauen, die schützend gaiastämmigen klötze der flacktürme und dahinter ein hochhauskomplex, eine einheitliche graue masse die sich im halblicht fast ängstlich zusammendrängt
rechts die männer, die schlanken phaloiden türme der kirchen,
zerbrechlich übermütig, das rathaus und einige schornsteinproleten
spitelau wie der quotenmann,
aber wegen der goldenen kugel dann doch eher wie eine tunte auf der falschen seite
und die kuppeln der museen und st.peter verstreut wie ovos perdidos
der himmel in reinsten pastellblau pigmentfrei
auf titanweisen hintergrund verlaufend
die sonne in glühender lava gemalt
selbst noch unsichtbar
aber verbrennt die wolkenränder
rückstandsfrei
blutrote flimmerfarben gewellt
am nebelmeer als ob dort wasser wär'
das sich noch überlegt ob es ein see oder eine flut ist
dann tritt sie hervor, die sonne
erhebt sich aus dem meer
steht kurz als roter kreis am himmel
brennt sich durch die letzte wolkenschicht
um am himmel zu etwas zu zergleisen
das die augen nicht mehr zu sehen vermögen
etwas das in den ohren rauscht
ich kann das licht hören
gerade so als ob sie einen
kurzen augenblick ihrer kinder gedacht hätte
erst japan im allgemeinen
und jetzt fukushima im besonderen
halbwertszeit
jedes projekt
das du gezwungen bist
mit brute-force durchzustehen
du dich also weder davonschleichen noch rausreden kannst
musst du nur bis zu hälfte schaffen
denn alles was danach kommt
- ob's die zeit oder der weg oder die kraft ist
wird exponentiell implodieren
und wenn am ende
das ziel doch noch weiter weg
oder du es dir höher gesteckt hast....
..was soll's
du hast es bis hier her geschafft
das du gezwungen bist
mit brute-force durchzustehen
du dich also weder davonschleichen noch rausreden kannst
musst du nur bis zu hälfte schaffen
denn alles was danach kommt
- ob's die zeit oder der weg oder die kraft ist
wird exponentiell implodieren
und wenn am ende
das ziel doch noch weiter weg
oder du es dir höher gesteckt hast....
..was soll's
du hast es bis hier her geschafft
HOMERUN!
Mittwoch, 16. März 2011
.....ganz wien....
gemeinsam ziehen wir unsere kreise
über der stadt
der falke und ich
die stadt die - in unserem fall -
nur wien sein kann, obwohl wir andere kennen
und uns manchmal auch dort heimisch fühlen
oder wissen das wir es könnten
salzburg, paris, rom, hamburg, barcelona, Amsterdam, Hell-thinki,
ingolstadt mitten in den neunzigern, la trinite sur mer, rovijn
aber "die Stadt" wird immer wien bleiben
wir ziehen unsere kreise über der stadt
ich hüben er drüben
ich auch meinen ergometer
und er - inkarniert in einen der turmfalken
die gleich irgendwo über uns nisten
gleich unter dem himmel
aber auf jeden fall
über der stadt
auf augenhöhe der blechmann vom rathausplatz
fast so hoch wie wir
und dennoch nur ein feiger löwe der sein fehlendes herz
nicht bis zum messer zu tragen vermochte
sehnsüchtiger blick in die tiefe wo er glaubt
seine dorothy verloren zu haben
(die königin von eshnapur)
und vogelscheuche hängt in der spittelau rum
ein gestrandeter wie wir
männer des westens sind so
tief unter dem blechmann
(auch wenn whisky tschechern tu,
seit in den u-s-a er woar -
der blechmann hat immer eine fahne)
tief unter der fahne des blechmanns
bin ich 1985 dem falken begegnet
eine festwocheneröffnung die noch eine solche war
und nicht 18-karat-musikantenstadl
Tags darauf eine Deutschschularbeit
"ein Tag in 15 Jahren"
und auch diese zukunft war grell und blutig
heiß und lebendig, ein großes abenteuer eben
und wir beide mittendrin
der falke machte noch immer musik
und ich machte bilder vom schrecken
aber die vergangenheit dieser zukunft
war vor Chernobyl, vor Challanger,
vor Tian-men, vor Sumatra, vor Dubrovka und Beslan,
vor Srebrenica, vor 9/11, vor Fukojima
zu dieser Gegenwart fehlte selbst uns die fantasie
lediglich die beiden Iraks passten in unsere vorstellung
nur waren die farben falsch
10 km auf stufe 4 ist heute mein ziel
und während sich der ersten kilometer zieht
gehen die restlichen ganz leicht
ich ziehen unsere kreise
vorwärtestrebendes fahrrad in den beinen
rückwärts-sandan im kopf
die resultierende irgendwo in der vierten dimension
der geheime ausweg der
helden von heute aus ihrer
einzelhaft
und ich weiß, das die frau die mich erträgt
längst geboren ist
die ganz späten 90er
in einem verrauchten chatroom
der mann mit dem koks ist längst mit jeanny heimgegangen
und einer der behauptet sein sargträger gewesen zu sein
und authentisch klingt
und waun net?
wenn net - daun net!
und die grenze (das ziel)
wird wie so oft unbemerkt überschritten
das was wir uns erträumt hatten, schon hinter uns
(weil auch hier unsere fantasie hinter den möglichkeiten hinterherhinkt)
und dem was WIRKLICH - schon wieder etwas näher
den Wir suchen Sand am Himalaya,
suchen Schnee am Playa
Das Schicksal ist ein schweres,
ein Schatz am Grund des Meeres
Wenn das so wäre, würde ich es wagen,
Dem Turm der Weisheit zu entsagen
Und unseren Tod schon heute zu beklagen
Lebend begraben werden sie uns nie
(die schwester holt mich wieder zurück an die Leine
und ich dreh den player aus, als Jonas gerade seinen Dolby-Zweiweg-Super-Stereo ans Netz hängt: Nie mehr Schule - das auf jeden Fall!)
über der stadt
der falke und ich
die stadt die - in unserem fall -
nur wien sein kann, obwohl wir andere kennen
und uns manchmal auch dort heimisch fühlen
oder wissen das wir es könnten
salzburg, paris, rom, hamburg, barcelona, Amsterdam, Hell-thinki,
ingolstadt mitten in den neunzigern, la trinite sur mer, rovijn
aber "die Stadt" wird immer wien bleiben
wir ziehen unsere kreise über der stadt
ich hüben er drüben
ich auch meinen ergometer
und er - inkarniert in einen der turmfalken
die gleich irgendwo über uns nisten
gleich unter dem himmel
aber auf jeden fall
über der stadt
auf augenhöhe der blechmann vom rathausplatz
fast so hoch wie wir
und dennoch nur ein feiger löwe der sein fehlendes herz
nicht bis zum messer zu tragen vermochte
sehnsüchtiger blick in die tiefe wo er glaubt
seine dorothy verloren zu haben
(die königin von eshnapur)
und vogelscheuche hängt in der spittelau rum
ein gestrandeter wie wir
männer des westens sind so
tief unter dem blechmann
(auch wenn whisky tschechern tu,
seit in den u-s-a er woar -
der blechmann hat immer eine fahne)
tief unter der fahne des blechmanns
bin ich 1985 dem falken begegnet
eine festwocheneröffnung die noch eine solche war
und nicht 18-karat-musikantenstadl
Tags darauf eine Deutschschularbeit
"ein Tag in 15 Jahren"
und auch diese zukunft war grell und blutig
heiß und lebendig, ein großes abenteuer eben
und wir beide mittendrin
der falke machte noch immer musik
und ich machte bilder vom schrecken
aber die vergangenheit dieser zukunft
war vor Chernobyl, vor Challanger,
vor Tian-men, vor Sumatra, vor Dubrovka und Beslan,
vor Srebrenica, vor 9/11, vor Fukojima
zu dieser Gegenwart fehlte selbst uns die fantasie
lediglich die beiden Iraks passten in unsere vorstellung
nur waren die farben falsch
10 km auf stufe 4 ist heute mein ziel
und während sich der ersten kilometer zieht
gehen die restlichen ganz leicht
ich ziehen unsere kreise
vorwärtestrebendes fahrrad in den beinen
rückwärts-sandan im kopf
die resultierende irgendwo in der vierten dimension
der geheime ausweg der
helden von heute aus ihrer
einzelhaft
und ich weiß, das die frau die mich erträgt
längst geboren ist
die ganz späten 90er
in einem verrauchten chatroom
der mann mit dem koks ist längst mit jeanny heimgegangen
und einer der behauptet sein sargträger gewesen zu sein
und authentisch klingt
und waun net?
wenn net - daun net!
und die grenze (das ziel)
wird wie so oft unbemerkt überschritten
das was wir uns erträumt hatten, schon hinter uns
(weil auch hier unsere fantasie hinter den möglichkeiten hinterherhinkt)
und dem was WIRKLICH - schon wieder etwas näher
den Wir suchen Sand am Himalaya,
suchen Schnee am Playa
Das Schicksal ist ein schweres,
ein Schatz am Grund des Meeres
Wenn das so wäre, würde ich es wagen,
Dem Turm der Weisheit zu entsagen
Und unseren Tod schon heute zu beklagen
Lebend begraben werden sie uns nie
(die schwester holt mich wieder zurück an die Leine
und ich dreh den player aus, als Jonas gerade seinen Dolby-Zweiweg-Super-Stereo ans Netz hängt: Nie mehr Schule - das auf jeden Fall!)
...customized flightdeck....
piloten ist nicht verboten
und meine family sorgt dafür, dass alles da ist was piloten so brauchen
bevor sie durch die lichtmauer brechen
links ein bild von den lieben zuhause (dank lukas, der ja nicht ganz zufällig wie der junge skywalker heisst)
und rechts das universal checklist-log-book (dank K. - the austronaut's wife)
i'm with you
Dienstag, 15. März 2011
..pfeifen !!!!
jeden tag ein neues spielzeug
gestern die fingerspitz-blutsauerstoff-herzschlag-kluppen
morgen die high-tech-abfüllanlage
heute die atempfeife
(zur lungenentzündungsprofylaxe)
....jetzt kommt der pfiff!
(Falco)
Montag, 14. März 2011
draußen vor der tür
draußen vor der tür steht sie
wie ein heimlich gerufener gast
wie ein schatten aus meiner vergangenheit
wie eine bedrohung aus der zukunft
draußen steht sie
friehrend - dort wo sie ist ist es immer kalt -
wortlos, schweigend, demütig
wie ein abgewiesener penner
steht draußen und wartet
blickt von zeit zu zeit durch das fenster herein
unaufdringlich aber um mir zu sagen
das sie weiß das ich hier herinnen bin
und damit ich weiß das sie dort draußen ist
ich könnte rausgehen und sie niederschlagen
sie würde den mund nicht öffnen
wenn ich meinen absatz in ihr gesicht hämmere
und ihr das kreuz zu brechen
kostet ihr lediglich ein lächeln
draußen vor der tür steht sie, meine angst
geduldig mit aller zeit der welt
weil sie weiß das dieses haus hier
längst ihr gehört
und solange sie dort draußen steht
ist das leben nicht allzuweit
und die furcht meidet die nachbarschaft
wie ein heimlich gerufener gast
wie ein schatten aus meiner vergangenheit
wie eine bedrohung aus der zukunft
draußen steht sie
friehrend - dort wo sie ist ist es immer kalt -
wortlos, schweigend, demütig
wie ein abgewiesener penner
steht draußen und wartet
blickt von zeit zu zeit durch das fenster herein
unaufdringlich aber um mir zu sagen
das sie weiß das ich hier herinnen bin
und damit ich weiß das sie dort draußen ist
ich könnte rausgehen und sie niederschlagen
sie würde den mund nicht öffnen
wenn ich meinen absatz in ihr gesicht hämmere
und ihr das kreuz zu brechen
kostet ihr lediglich ein lächeln
draußen vor der tür steht sie, meine angst
geduldig mit aller zeit der welt
weil sie weiß das dieses haus hier
längst ihr gehört
und solange sie dort draußen steht
ist das leben nicht allzuweit
und die furcht meidet die nachbarschaft
alles meins
die skyline von meinem penthouse
mein penthouse
totem - abfüllanlage
die 7 ergibt sich als summe der erdständigen weiblichen 4 und der luftigen nach oben strebenden 3
magie ist technik die wir nicht verstehen
Samstag, 5. Februar 2011
das geschenk/ die bedrohung
ich betrete den kleinen juwelierladen
in der grünen bomberjacke
(weil sie immer noch das wärmste)
zum kahlen kopfe
nur mal umschauen
und die verkäuferin auf distanz
hinter ihren kleinen tisch
ängstlich wie ein zinnsoldat
noch ist sie mir nicht nahe genug gekommen
um an der glasigen haut
oder den fehlenden augenbrauen
zu erkennen dass ich nicht die bedrohung
sondern der bedrohte bin
schnelles abscannen des angebotes
ich helfe ihr nicht aus ihrer angst
die den raum erfüllt
ich werden uns beiden die peinlichkeit ersparen
da müssen wir beide jetzt durch
es kommt wie es immer kommt
wenn es gut ist
ich gehe hinein
ein stück springt mich an
eine schnelle entscheidung
liebe auf den ersten blick
ein paar worte über die technik
augenkontakt vermeiden
den so wie man vorher ihre angst hätte schneiden können
könnte man jetzt ihre scham löffeln
meine haarlosen augen
die dem wind (ganz ohne mataphorischer bedeutung)
am kurzen weg hier her
nichts entgegenzusetzen hatten
tränen aber weinen nicht
der versuch eines lächelns
ein kleiner roter punkt auf meinem ärmel
schnell raus
bevor hier wirklich blut fließt
in der grünen bomberjacke
(weil sie immer noch das wärmste)
zum kahlen kopfe
nur mal umschauen
und die verkäuferin auf distanz
hinter ihren kleinen tisch
ängstlich wie ein zinnsoldat
noch ist sie mir nicht nahe genug gekommen
um an der glasigen haut
oder den fehlenden augenbrauen
zu erkennen dass ich nicht die bedrohung
sondern der bedrohte bin
schnelles abscannen des angebotes
ich helfe ihr nicht aus ihrer angst
die den raum erfüllt
ich werden uns beiden die peinlichkeit ersparen
da müssen wir beide jetzt durch
es kommt wie es immer kommt
wenn es gut ist
ich gehe hinein
ein stück springt mich an
eine schnelle entscheidung
liebe auf den ersten blick
ein paar worte über die technik
augenkontakt vermeiden
den so wie man vorher ihre angst hätte schneiden können
könnte man jetzt ihre scham löffeln
meine haarlosen augen
die dem wind (ganz ohne mataphorischer bedeutung)
am kurzen weg hier her
nichts entgegenzusetzen hatten
tränen aber weinen nicht
der versuch eines lächelns
ein kleiner roter punkt auf meinem ärmel
schnell raus
bevor hier wirklich blut fließt
Donnerstag, 27. Januar 2011
welten (gerüche)
unser kopf voll mit eindrücken, erinnerungen, mustern
abgelegt und gut verstaut, scheinbar nur verloren
den manchmal kommt ein neues buch daher
(der duft von schokolade)
und tritt die türen zu alten zimmern auf
in denen sonnendurchflutet unsere alten welten lagern
und erinnerungen überkommen uns
wie eine welle
der automatencapucino schmeckt nach campingplatz
und der mocca auch (dann wenn uns die tubenmilch ausgegangen ist)
der schweiß eine arbeitenden mannes erinnert immer an onkel karl
wenn wir uns im sommer am vormittag
an der kühltruhe im vorhaus getroffen haben,
er vom feld und ich vom bett
er bei mineral und ich bei himbeerdicksaft
und an die germknödel die seine mutter/meine großmutter
gemacht hatte, werde ich mich auch ein kleinwenig bei jeden deftigen
weizenbier erinnern (odere ist es lediglich ein nachhall der geborgenheit?)
vanille wird immer billig sein (brickerl)
egal wie teuer das parfum dann doch ist
und bourbon-schoten habe beide nicht gesehen
der duft der frauen,
und wir reden hier nicht von parfum
auf der jagd nach der essenz einer seele
die parfumerien abgeklappert und die nasen geschult
um die käuflichen gerüche während der jagd rausfiltern zu können
die richtige taktik, die ausnützung des windes, der winkel,
vorarbeiten im grenzbereich der turbulenzen
wo die geruchspartikel am dichtesten und die luftzirkulation am stärksten ist
und wenn anders kommt, die richtige technik des vorbeigehens auf der rolltrebe
den strudel selber auslösen, und die nase dort haben wo es noch nicht zu nahe ist
und erst wenn man den geruch aufgenommen hat,
das bild hat, dreht man sich (vielleicht) um
....und ganz selten etwas, uns undefinierbar damals, nur frischer sex sein konnte
müsliriegel in jeglicher konstellation (normal, gefrohren, zerbröselt, komprimiert)
sind ein langer weg, hart und schottrig, fröhlich im bauch, es ist lustig, es ist ein abenteuer
kleinformatige schokolode (rosine/nuss)
erinnert mich an den ersten großen marsch beim heer
auf eigene faust, eine aufgabe, ein ziel, ein ECHTES abenteuer
keine munition bekommen, deshalb die patronentaschen mit schoki voll,
ein leutnant der übeprüft ob ich alles mithabe, mich die flasche offnen lässt weil sie nicht gluckert (gefrohren) und die patronentaschen (rosine/nuss) abklopft.
ich bin der schokoladesoldat, und wenn wir schon mal soweit zurückgegangen sind
dann noch die zwei jahre weiter, als ich der schon einmal gewesen bin,
"chocolat-cream-soldier" im stück von bernard shaw
verteilte rollen mit meiner sitznachbarin
ihre stimme so weich und nur ihrer zunge zuzusehen wie sie das wort auspricht
- so süß wird schokolade nie sein.
der geruch nach frischem heißen mischbrot,
so wir es jahrezehntelang zu hause hatten,
verhasst wen alt, geliebt wenn frisch
hat seit märz '88 eine andere bedeutung.
die nacht am kalten berg bei -15 grad allein im freien
- wie nahe ich da dem einen oder anderen absolutem gekommen bin,
werde ich erst erfahren wenn es wieder soweit ist -
gefreiter s., der letzte nacht einen befehl verweigert
und dessen schicht ich übernommen hab.
gefreiter s., der im zelt war, während ich........(ein einzelnes wort würde es nicht beschreiben und ist auch hier nicht das thema)
jedenfalls habe ich noch energie, aber er noch den anstand
und er geht das essen hohlen.
gefreiter s., 20 minuten später ins zelt zurückstapfend, unter den armen
4 wecken mischbrot, auf die knie sinkend und mit einer stimme die ich auch nicht
mehr vergessen werde "es ist noch warm".
einer fragt "wo ist dein gewehr" und ich renne los.
es ist auch noch heiß genug als ich zurückkomm.
die jahre danach, jeder anker ein horror
und erst als sie anfangen dort kipferl zu packen
wird es erträglich
frische nusskipferl schmecken nach morgengrauen und tiefstehender sonne,
die wir hatte als wir am hallstätter see fischten und auch
als ich mich nach einem denkwürdigen sommerurlaub am land
einem neuen abenteuer entgegengeworfen habe
orangen erinnern mich auch an die zeit bei der grünen horde,
weil ich damals - unter dem eindruck des freakigen zen-oberleutnants -
zum ersten mal, beim essen einer orange, mich ganz in die seele eines geschmackes
hinabgesenkt hab, und dieser welt entkommen bin
(seitdem hat es den göttern gefallen mir bei jedem ersten tag hier herinnen
eine orange zukommen zu lassen)
der geruch eines frischen sammelkartendecks
verheissungsvoll aber doch nur eine lüge
weil - wenn die karten erst mal herausen sind
die schwerter nicht schneiden und die engel nicht fliegen
(so geht es jeden raucher)
schwechater ist baustelle
kapsreiter ist diplomandenseminar
tequilla ist berghütte und
und pitu ist nick cave wie er W.A.Auden und Garcia Lorca zitiert
weine, neue weltenräume
(analog zu den frauen und ihre gerüchen)
und in wirklichkeit trinke ich nicht rioja, kalterersee, retsina oder cidre
sondern barcelona, südtirol, kreta und bretagne
bei fisch im ganzen gebraten
immer ein kleiner bub daneben mit blauer kappe
der (ein wenig ängstlich) fragt ob man kopf und schwanz mitessen muss
und toastbrot mit honig ist immer ein bisserl hochzeitreise
und schafjoghurt auch
ouza (ekelhaft) ist auch maturareise und
ouza (angenehm) ist das restaurant gegenüber (die die noch das brot selber gebacken haben)
und huhn mit zitronensoße gibts immer nur mit zwei gefängnisausbrechern
("but the don't will come here")
essiggurkerl sind szofi-hochzeit
davor waren sie tante anni
und majonese in kleinen portionen ist es heute noch
selbst wenn es meine mutter serviert
frischer korriander ist immer ein schönes konzert und eine gute diskussion
auch wenn frischer korriander das kulinarische equivalent
zu einem flächenbombaradmant ist,
darunter kannst du alles begraben
knackwurst hat immer was von der schnelligkeit
mit der wir sie zubereitet haben und auch von dem zorn
in dem ich einmal welche runtergeschlungen hab nach einem streit mit meiner mutter
und spiegelei - mit aufgerissenen dotter - hab ich von meinem vater
du kannst es nicht essen ohne nach hause kommen
der erste zyklus
die eindrücke zu neu, total am boden
sich was gutes tun, sushi-set zu frühstück
10 minten über der packung hängen und nur die gerüche einsaugen
unter all der frische noch was anderes
der reis - erinnerungen an die mutter aller reise wie sie meine mutter ein zeitlang hinbekommen hat
feticher lachs, wie ich ihn am liebsten hab an einem schlimmen morgen nach einer guten nacht
die king-prawns ein übige fisch-platte-für-zwei in schlesweig holstein
und die seetangrollen - ein strand an der nordsee
das leben eben
desinfektionsgeruch - wieder im hier und jetzt
einige schritte über den gang machen
vor dem anmeldeschalter alte bekannt
ausgerechnet die wenigen patienten
die hier noch gute vibrations vermitteln auf einen haufen
als ob sich die krieger des lichtes gegen die dunkelheit formieren
sie trägt eine bunten mantel
der mich an einen bemalten elefanten erinnert
farben mit denen ich mal malen muss
neue farben
neue welten
abgelegt und gut verstaut, scheinbar nur verloren
den manchmal kommt ein neues buch daher
(der duft von schokolade)
und tritt die türen zu alten zimmern auf
in denen sonnendurchflutet unsere alten welten lagern
und erinnerungen überkommen uns
wie eine welle
der automatencapucino schmeckt nach campingplatz
und der mocca auch (dann wenn uns die tubenmilch ausgegangen ist)
der schweiß eine arbeitenden mannes erinnert immer an onkel karl
wenn wir uns im sommer am vormittag
an der kühltruhe im vorhaus getroffen haben,
er vom feld und ich vom bett
er bei mineral und ich bei himbeerdicksaft
und an die germknödel die seine mutter/meine großmutter
gemacht hatte, werde ich mich auch ein kleinwenig bei jeden deftigen
weizenbier erinnern (odere ist es lediglich ein nachhall der geborgenheit?)
vanille wird immer billig sein (brickerl)
egal wie teuer das parfum dann doch ist
und bourbon-schoten habe beide nicht gesehen
der duft der frauen,
und wir reden hier nicht von parfum
auf der jagd nach der essenz einer seele
die parfumerien abgeklappert und die nasen geschult
um die käuflichen gerüche während der jagd rausfiltern zu können
die richtige taktik, die ausnützung des windes, der winkel,
vorarbeiten im grenzbereich der turbulenzen
wo die geruchspartikel am dichtesten und die luftzirkulation am stärksten ist
und wenn anders kommt, die richtige technik des vorbeigehens auf der rolltrebe
den strudel selber auslösen, und die nase dort haben wo es noch nicht zu nahe ist
und erst wenn man den geruch aufgenommen hat,
das bild hat, dreht man sich (vielleicht) um
....und ganz selten etwas, uns undefinierbar damals, nur frischer sex sein konnte
müsliriegel in jeglicher konstellation (normal, gefrohren, zerbröselt, komprimiert)
sind ein langer weg, hart und schottrig, fröhlich im bauch, es ist lustig, es ist ein abenteuer
kleinformatige schokolode (rosine/nuss)
erinnert mich an den ersten großen marsch beim heer
auf eigene faust, eine aufgabe, ein ziel, ein ECHTES abenteuer
keine munition bekommen, deshalb die patronentaschen mit schoki voll,
ein leutnant der übeprüft ob ich alles mithabe, mich die flasche offnen lässt weil sie nicht gluckert (gefrohren) und die patronentaschen (rosine/nuss) abklopft.
ich bin der schokoladesoldat, und wenn wir schon mal soweit zurückgegangen sind
dann noch die zwei jahre weiter, als ich der schon einmal gewesen bin,
"chocolat-cream-soldier" im stück von bernard shaw
verteilte rollen mit meiner sitznachbarin
ihre stimme so weich und nur ihrer zunge zuzusehen wie sie das wort auspricht
- so süß wird schokolade nie sein.
der geruch nach frischem heißen mischbrot,
so wir es jahrezehntelang zu hause hatten,
verhasst wen alt, geliebt wenn frisch
hat seit märz '88 eine andere bedeutung.
die nacht am kalten berg bei -15 grad allein im freien
- wie nahe ich da dem einen oder anderen absolutem gekommen bin,
werde ich erst erfahren wenn es wieder soweit ist -
gefreiter s., der letzte nacht einen befehl verweigert
und dessen schicht ich übernommen hab.
gefreiter s., der im zelt war, während ich........(ein einzelnes wort würde es nicht beschreiben und ist auch hier nicht das thema)
jedenfalls habe ich noch energie, aber er noch den anstand
und er geht das essen hohlen.
gefreiter s., 20 minuten später ins zelt zurückstapfend, unter den armen
4 wecken mischbrot, auf die knie sinkend und mit einer stimme die ich auch nicht
mehr vergessen werde "es ist noch warm".
einer fragt "wo ist dein gewehr" und ich renne los.
es ist auch noch heiß genug als ich zurückkomm.
die jahre danach, jeder anker ein horror
und erst als sie anfangen dort kipferl zu packen
wird es erträglich
frische nusskipferl schmecken nach morgengrauen und tiefstehender sonne,
die wir hatte als wir am hallstätter see fischten und auch
als ich mich nach einem denkwürdigen sommerurlaub am land
einem neuen abenteuer entgegengeworfen habe
orangen erinnern mich auch an die zeit bei der grünen horde,
weil ich damals - unter dem eindruck des freakigen zen-oberleutnants -
zum ersten mal, beim essen einer orange, mich ganz in die seele eines geschmackes
hinabgesenkt hab, und dieser welt entkommen bin
(seitdem hat es den göttern gefallen mir bei jedem ersten tag hier herinnen
eine orange zukommen zu lassen)
der geruch eines frischen sammelkartendecks
verheissungsvoll aber doch nur eine lüge
weil - wenn die karten erst mal herausen sind
die schwerter nicht schneiden und die engel nicht fliegen
(so geht es jeden raucher)
schwechater ist baustelle
kapsreiter ist diplomandenseminar
tequilla ist berghütte und
und pitu ist nick cave wie er W.A.Auden und Garcia Lorca zitiert
weine, neue weltenräume
(analog zu den frauen und ihre gerüchen)
und in wirklichkeit trinke ich nicht rioja, kalterersee, retsina oder cidre
sondern barcelona, südtirol, kreta und bretagne
bei fisch im ganzen gebraten
immer ein kleiner bub daneben mit blauer kappe
der (ein wenig ängstlich) fragt ob man kopf und schwanz mitessen muss
und toastbrot mit honig ist immer ein bisserl hochzeitreise
und schafjoghurt auch
ouza (ekelhaft) ist auch maturareise und
ouza (angenehm) ist das restaurant gegenüber (die die noch das brot selber gebacken haben)
und huhn mit zitronensoße gibts immer nur mit zwei gefängnisausbrechern
("but the don't will come here")
essiggurkerl sind szofi-hochzeit
davor waren sie tante anni
und majonese in kleinen portionen ist es heute noch
selbst wenn es meine mutter serviert
frischer korriander ist immer ein schönes konzert und eine gute diskussion
auch wenn frischer korriander das kulinarische equivalent
zu einem flächenbombaradmant ist,
darunter kannst du alles begraben
knackwurst hat immer was von der schnelligkeit
mit der wir sie zubereitet haben und auch von dem zorn
in dem ich einmal welche runtergeschlungen hab nach einem streit mit meiner mutter
und spiegelei - mit aufgerissenen dotter - hab ich von meinem vater
du kannst es nicht essen ohne nach hause kommen
der erste zyklus
die eindrücke zu neu, total am boden
sich was gutes tun, sushi-set zu frühstück
10 minten über der packung hängen und nur die gerüche einsaugen
unter all der frische noch was anderes
der reis - erinnerungen an die mutter aller reise wie sie meine mutter ein zeitlang hinbekommen hat
feticher lachs, wie ich ihn am liebsten hab an einem schlimmen morgen nach einer guten nacht
die king-prawns ein übige fisch-platte-für-zwei in schlesweig holstein
und die seetangrollen - ein strand an der nordsee
das leben eben
desinfektionsgeruch - wieder im hier und jetzt
einige schritte über den gang machen
vor dem anmeldeschalter alte bekannt
ausgerechnet die wenigen patienten
die hier noch gute vibrations vermitteln auf einen haufen
als ob sich die krieger des lichtes gegen die dunkelheit formieren
sie trägt eine bunten mantel
der mich an einen bemalten elefanten erinnert
farben mit denen ich mal malen muss
neue farben
neue welten
Labels:
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memories run deep,
the bad k-word
running man (flashback)
die letzten freien schritte (take 6)
diesmal nicht wie bei letzten mal
"der tiger im käfig"
(wie der junge arzt bemerkte und die tatsache
das er "tiger" sagt und nicht "löwe"
krönt den augenblick)
heute auf rundkurs
durch die anderen stationen im stock
im schnellen schritt
um ja nicht die visite zu verpassen
heute nicht das träge trotten eines gefangenen
sondern eher wie ein planet
stabil in seiner umlaufbahn um die sonne
oder wie eine galaxie
die dem schwarzen loch im zentrum
nicht entkommen kann
aber der spin reich aus um
nicht hineinzustürzen
immer weiter
immer weiter
wie ein irrer
(run forrest run)
tänzelnd den anderen ausweichend
und dann als ein gang verstopft
kurz versucht andersrum zu gehen
aber das wäre gegen die tanzrichtung
gehen, eilschritt ohne ziel
der kopf leer
und nur die bilder der namenlosen, tragischen, komischen,traurigen oder echten Helden (aber auf jeden fall helden oder andere coole menschen) heraufbeschwören
bilder die jetzt gerade passen können um sich daran festzuhalten
nicht weil dich die verzweiflung
sondern die routine umbringt
running man
der marathon mann
million dollar hotel
forrest gump
die hard III
ein musikvideo von the edit
eine doku über parcours.....
genug da um damit zu arbeiten
(nachtrag: ich glaub dass diese bilder - auch wenn sie nur eine blöde fantasie sind -wichtig sind - nicht nur hier drinnen. ich hatte gerade ein gespräch mit einer patientin übers haare abschneiden. sie hatte nur bilder von kranken menschen. ich hatte jede menge bilder von helden. sie hatte nicht einmal ripley)
diesmal nicht wie bei letzten mal
"der tiger im käfig"
(wie der junge arzt bemerkte und die tatsache
das er "tiger" sagt und nicht "löwe"
krönt den augenblick)
heute auf rundkurs
durch die anderen stationen im stock
im schnellen schritt
um ja nicht die visite zu verpassen
heute nicht das träge trotten eines gefangenen
sondern eher wie ein planet
stabil in seiner umlaufbahn um die sonne
oder wie eine galaxie
die dem schwarzen loch im zentrum
nicht entkommen kann
aber der spin reich aus um
nicht hineinzustürzen
immer weiter
immer weiter
wie ein irrer
(run forrest run)
tänzelnd den anderen ausweichend
und dann als ein gang verstopft
kurz versucht andersrum zu gehen
aber das wäre gegen die tanzrichtung
gehen, eilschritt ohne ziel
der kopf leer
und nur die bilder der namenlosen, tragischen, komischen,traurigen oder echten Helden (aber auf jeden fall helden oder andere coole menschen) heraufbeschwören
bilder die jetzt gerade passen können um sich daran festzuhalten
nicht weil dich die verzweiflung
sondern die routine umbringt
running man
der marathon mann
million dollar hotel
forrest gump
die hard III
ein musikvideo von the edit
eine doku über parcours.....
genug da um damit zu arbeiten
(nachtrag: ich glaub dass diese bilder - auch wenn sie nur eine blöde fantasie sind -wichtig sind - nicht nur hier drinnen. ich hatte gerade ein gespräch mit einer patientin übers haare abschneiden. sie hatte nur bilder von kranken menschen. ich hatte jede menge bilder von helden. sie hatte nicht einmal ripley)
Dienstag, 18. Januar 2011
kassandra's song
UND JETZT, Achilles
mag es an der zeit sein
deine rüstung abzulegen
und nackt auf dieses feld hinauszutreten
dass so oft du schon besudelt hast
damit sich zeigt
ob und was für ein mensch
du bist
du bist ein soldat geworden
in agamemnons maschinerie
krieger, kämpfer
der du einst warst
wozu noch ein toter
wenn das feuer du nicht mehr spürst
weder welches du gibst
noch jenes das du nimmst
fast schon sind dir
die gesänge der dichter näher
als die schreie in der nacht,
- und die leidenschaften auf den lagern.....?
sind wir doch ehrlich
du bist deines panzers
doch ebenso überdrüssig
wie ich meiner bilder
leg ab deinen helm
und lass zurück deinen schild
kein speer, kein schwert
nur du und deine leere
weil selbst dein faust
wiegt dir schon schwer
und deine schnelligkeit
wir dich vor paris' pfeil nicht retten
nur zeit verschaffen
dafür kann's noch langen
und wenn morgen hector
deinen toten kadaver
um troja schleift.....
.....was soll's.
mag es an der zeit sein
deine rüstung abzulegen
und nackt auf dieses feld hinauszutreten
dass so oft du schon besudelt hast
damit sich zeigt
ob und was für ein mensch
du bist
du bist ein soldat geworden
in agamemnons maschinerie
krieger, kämpfer
der du einst warst
wozu noch ein toter
wenn das feuer du nicht mehr spürst
weder welches du gibst
noch jenes das du nimmst
fast schon sind dir
die gesänge der dichter näher
als die schreie in der nacht,
- und die leidenschaften auf den lagern.....?
sind wir doch ehrlich
du bist deines panzers
doch ebenso überdrüssig
wie ich meiner bilder
leg ab deinen helm
und lass zurück deinen schild
kein speer, kein schwert
nur du und deine leere
weil selbst dein faust
wiegt dir schon schwer
und deine schnelligkeit
wir dich vor paris' pfeil nicht retten
nur zeit verschaffen
dafür kann's noch langen
und wenn morgen hector
deinen toten kadaver
um troja schleift.....
.....was soll's.
Donnerstag, 6. Januar 2011
was es aus uns macht (flashback)
draußen ist es zu kalt,
und im bus ist es zu heiß
die wollmütze juckt auf meiner kopfhaut
auf der die haare beginnen nachzuwachsen
deshalb mützen ab
sitzplatz ergattert
und hinter mir - Rücken an Rücken
die - nicht mehr ganz junge - aber immer noch attraktive blondine
(wenn sie einmal lächeln würde)
die nahezu jeden tag hier fährt,
das hab ich beim einsteigen schon gecheckt,
die alten angewohnheiten
des ängstlichen strategen (Überblick gewinnen)
und des nerds (wo sitzen die hasen)
die man niemals mehr ablegt.
der bus ruckelt los
sucht sich seinen weg durch die chaosverschneite innenstadt
und unsere köpfe wackeln
wie die von plüschhunden auf der ablagefläche
beim ersten mal ist es ein unfall
beim zweiten mal ein behutsames herantasten
beim dritten mal eine ungefragtes (und daher unerlaubtes) eindringen
wenn ich den kopf
nur ein kleinwenig mehr nach hinten neige
immer noch mehr als eine fingerspanne von einer berührung entfernt
spüre ich die wärme ihres kopfes
die wärme ihres körpers
eintauchen in die aura ihrer körperwärme
leichtes kopfneigen
um feststellen wo auf der seite diese aura endet
augen schließen und genießen
ich bade in ihr
was macht das aus uns?
missbrauche ich sie weil ich sowas intimes wie körperwärme
nehme, verbrauche, genieße
ohne zu fragen
oder bin ich nur ein aasfresser
der etwas konsumiert was anderen nichts bedeutet
dessen verlust sie bis jetzt nicht gemerkt haben
bin ich durch den verlust meines haarpanzers
was sensibles geworden
der prototyp dessen, der mehr seiner panzer abwerfen sollte
sodaß wir uns alle nur durch die auren unseren lebenstrahlungen hindurchbewegen
könnten und dürften
wie bunt könnte diese welt sein
ob sie es spüren könnte?
die wärme meines kopfes?
oder eine irritation oder den verlust ihrer wärme?
nehme ich ihr was weg?
was macht es aus uns
vampire
und im bus ist es zu heiß
die wollmütze juckt auf meiner kopfhaut
auf der die haare beginnen nachzuwachsen
deshalb mützen ab
sitzplatz ergattert
und hinter mir - Rücken an Rücken
die - nicht mehr ganz junge - aber immer noch attraktive blondine
(wenn sie einmal lächeln würde)
die nahezu jeden tag hier fährt,
das hab ich beim einsteigen schon gecheckt,
die alten angewohnheiten
des ängstlichen strategen (Überblick gewinnen)
und des nerds (wo sitzen die hasen)
die man niemals mehr ablegt.
der bus ruckelt los
sucht sich seinen weg durch die chaosverschneite innenstadt
und unsere köpfe wackeln
wie die von plüschhunden auf der ablagefläche
beim ersten mal ist es ein unfall
beim zweiten mal ein behutsames herantasten
beim dritten mal eine ungefragtes (und daher unerlaubtes) eindringen
wenn ich den kopf
nur ein kleinwenig mehr nach hinten neige
immer noch mehr als eine fingerspanne von einer berührung entfernt
spüre ich die wärme ihres kopfes
die wärme ihres körpers
eintauchen in die aura ihrer körperwärme
leichtes kopfneigen
um feststellen wo auf der seite diese aura endet
augen schließen und genießen
ich bade in ihr
was macht das aus uns?
missbrauche ich sie weil ich sowas intimes wie körperwärme
nehme, verbrauche, genieße
ohne zu fragen
oder bin ich nur ein aasfresser
der etwas konsumiert was anderen nichts bedeutet
dessen verlust sie bis jetzt nicht gemerkt haben
bin ich durch den verlust meines haarpanzers
was sensibles geworden
der prototyp dessen, der mehr seiner panzer abwerfen sollte
sodaß wir uns alle nur durch die auren unseren lebenstrahlungen hindurchbewegen
könnten und dürften
wie bunt könnte diese welt sein
ob sie es spüren könnte?
die wärme meines kopfes?
oder eine irritation oder den verlust ihrer wärme?
nehme ich ihr was weg?
was macht es aus uns
vampire
Donnerstag, 30. Dezember 2010
Kurztheater-zugedröhnt (Flashback)
Flashback: Das unten beschriebene GESCHEHEN erreignete sich während der ersten Schmerzmittelphase im ZUge der Großen August OP
___________
Dramatis Persona:
Der Vater/der König/Stage Manger
Ego
Alter Ego
Die Tochter/die Frau
Die Schwestern
Die Bühne:
Die Bühne ist eher hoch als breit und tief, hat aber gewaltige Ausmaße.
Die untere Hälfte ist eine steil ansteigene Pyramide, mit einer zentral nach oben führenden Treppe.
Die obere Hälfte wird von drei rießigen Figuren eingenommen, die auf den ersten Blick an Abu-Simbel erinnern.
Auf den zweiten Blick sind es allerdings drei ältere Frauen (die Schwestern), mit undefinierbaren Kopf-Tuch-Turbanen, langen (Hexen)Fingern
und hervortretenenden Sehnen in Hals- und Handgelenks-Bereich.
Das Bühnenbild hat Aubrey Beardsley geschaffen, auch wenn es ganz aus Swarowski Kristal geschliffen ist.
Die Pyramdie sowie die Stufen sind ebenfalls mit feinsten Kristall-Schnee überhäuft.
Wie sich die fast hagelkornkleinen Kristalle auf der Schräge halten ohne abzurutschen bleibt ein Geheimnis.
Am linken Bühnenrand befindet sich eine kleine Plattform, gerade groß genug für den Thron des Königs.
Vorspiel vor dem Königsthron:
Die Worte sind leider nicht überliefert - im wesentlichen ist es ein Monolog über die Verantwortung der Könige und die Ohnmacht der Väter und das ganze vorgetragen in der des kurzweilige distanzierten Sicht des Stage Managers. Dieser Monolog - Worte alter Männer, die noch immer tief empfinden aber sich nicht mehr alterieren müssen - wird von König und Ego im Duett vorgetragen.
1.Akt
Mitten im Monolog lässt die zentrale Figur der Schwestern eine einzelne weiße Perle fallen, die langsam die Treppe hinabpflügt und einen kleinen Lawinenkegel in den Kristallschnee pflügt. Worauf Ego - mitten im Satz - von der Plattform auf die Stufen springt, dort eher ungeschickt landet, sich abrollt und irgendwie halbelegant auf die Beine kommt.
Ego trägt blaue Jeans, eine weißes Hemd mit hellen blauen Streifen, das bis zu den Ellbogen aufgekrempelt ist, keine Krawatte und schwarze Schuhe die ihm eine Nummer zu groß sind. Das Haar in der anarchistischen Langversion (41 Jahre, 2010)
Ego fängt die Perle auf, nimmt sie in die Hand und steigt die Stufen hinan.
Schwester: "So viel Aufwand für eine einzelne Perle?"
Ego: "Nichts wird übersehen, nicht wird vergessen, nichts geht verloren."
Frontalbeleuchtung der Bühne, zwei weitere Personen sind erkennbar.
Am linken Stufenrand auf halber Höhe die Tochter/die Frau (aus dem Monolg ist hervorgegangem dass es die Tochter ist - für den Rest des Stückes ist sie aber die Frau). Rechts auf der obersten Stufe etwas abseits - und näher am Bühnenrand - Alter Ego.
Schwester: "Und....wirst du sie lieben?"
Ego: "Ausreichend Zeit vorausgesetzt, ist das unvermeidlich."
Ego nähert sich der Frau.
Traumpsychologisch entspricht sie dem Archetypus der "wilden Frau", wie sie sich in den Musikvideos von Muse ("undisclosed desires") oder David Bowie ("Absolut Beginners") manifestiert hat. Letzteres hat auch ihr Kostüm inspiriert: ein Body mit Wildkatzenhafter Marmorierung in den Farben Violett und Grün, ausreichend kurvenbetont, darüber Fragmente aus anderen Kleidungsstücken (Rock, Bolero, Schleier, Schleppe,...) die nichts verhüllen sondern ihre Bewegungen
unterstreichen und die wahren Umrissen ihrer Präsenz dem Betrachter verschleiern, wie um zu unterstreichen, dass er diese Naturgewalt niemals ganz begreifen
wird. Ebenso unmöglich wie ihr Kostum ist ihre Frisur: eine wilde Lockenmähne, ebenso wallend wie hochgesteckt und eine Strähne tief ins Gesicht die den Blick in ihre Augen frei gibt.
Ego hat die Frau erreicht, wirft die Perle - die das Flugverhalten eines Tennisballes hat - spielerisch mit der Hand hoch und fängt sie wieder.
Inzwischen ist der Blick des Publikums - der sich nur mit übermenschlicher Kraftanstrengungung (und aufgrund der Tatsache, das es ihre Augen nicht aus der
Nähe sieht) von der Frau losgerissen hat - auch auf Alter Ego gefallen.
Alter Ego trägt blaue Jeans, eine weißes Hemd mit hellen blauen Streifen, das bis zu den Ellbogen aufgekrempelt ist, keine Krawatte und schwarze Schuhe die ihm eine Nummer zu groß sind. Das Haar in der herzensbrecherischen Fönversion (16 Jahre, 1986). Allerdings sind seine Jeans frisch gewaschen (und von Lacoste), das Hemd frisch gewaschen und gebügelt, und der Geruch des Haargels für das Publikum unriechbar aber zweifellos da.
Schwestern: "Und....wirst du sie WAHRLICH lieben?"
Ego (zur Frau gewandt): "Deine Schwestern?" (es ist keine Frage)
Frau: "Woher weißt du?"
Ego: "Sie nennen sich immer die Schwestern."
Dramatische Pause.
Frau: (ebenso bittend wie kokett) "Und wirst du mich lieben?"
Ego: unklar lachend
Alter Ego: (ebenso hilflos wie nachdrücklich) "Aber ICH liebe sie wahrlich"
Ego: "Wahrlich lieben? Ich liebe euch so wie ich euch sehe, so wie ihr seid. Eine Liebe, sehenden Auges, diese Liebe ist wäre Selbstaufgabe. Ist das die wahre Liebe?" (die Schwestern nicken und schütteln den Kopf gleichzeitig, ihr Grinsen ist ebenso uneindeutig aber auf jeden Fall bitter)
Ego: "Seine Liebe hingegen (ein nebensächliche aber keine abfällige Handbewegung in Richtung Alter Ego) - seine Liebe hingegen, ist etwas gegen das er sich nicht wehren kann, seine Liebe ist wie ein Unfall. Weil er euch so sieht wie ihr sein könntet, wie ihr sein werdet."
Harter Schnitt - wie er nur im Film vorkommt und
Letzter Akt
ein englischer Garten im Hochsommer, die 3er-Gruppe lustwandelt unter einem großen alten Baum. Vorne die Frau und Ego: sie hat eine grellblaue Fliegenklastche in der Hand - wir wollen es des Reizes wegen eine Reitgerte sein lassen - mit der sie bei
jeden Schritt leicht gegen ihr Bein schlägt. Neben ihr Ego, langsam gehend und ihr seine Geschwindigkeit aufdrängend, wie um intensiver die schwingende Bewegung ihrer Hüften geniesen zu können und den unvermeidlichen Moment der Trennung hinauszuschieben, denn inzwischen ist allen klar, dass das hier nur ein Intermezzo, ein Abenteuer ist (er ihres oder sie seines bleibt der Phantasie oder der Hoffnung überlassen), und dass er hier nur ein Platzhalter für den hinter ihnen dahertrottenden Alter Ego ist, der sich bewegt als hätte ihn Morris gezeichnet und wäre gerade aus einem Lucky Luke Comic gestiegen.
(Ego und Alter Ego sind 1986 natürlich NICHT die selbe Person und auch 2010 nicht, aber die Ähnlichkeit - und damit eine Art von Friedensschluss - wird dem unbekannten Autor (Ego kleidet sich 2010 genauso wie Alter Ego 1986) erst dann offensichtlich werden. Zwei die das selbe Ziel hatten, und den selben Weg gewählt haben. Ersatzspieler die ihrer Chance nachhirschen. Aber während meine Route den langen Weg durch die Wüste genommen hat, hat seine über den Blutacker geführt. Die Wüste hat mich geprägt und irgendwie trage ich sie immer noch im Herzen - fürchte sie nicht mehr und suche sie zuweilen, aber die Wunden seines Blutackers sind unzureichend vernarbt)
Sie: "Erzählt mir mehr von Euch" (und meint damit "Redet mehr über mich!")
Und bei jedem Schritt, den Sie auf den sattgrünen Rasen setzt, stiebt eine Schneewolke auf....
FADE OUT (aufwachen)
__________________
Verhaltener Applaus.
Viktor Frankl sitzt im Publiukum und lächelt.
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Dramatis Persona:
Der Vater/der König/Stage Manger
Ego
Alter Ego
Die Tochter/die Frau
Die Schwestern
Die Bühne:
Die Bühne ist eher hoch als breit und tief, hat aber gewaltige Ausmaße.
Die untere Hälfte ist eine steil ansteigene Pyramide, mit einer zentral nach oben führenden Treppe.
Die obere Hälfte wird von drei rießigen Figuren eingenommen, die auf den ersten Blick an Abu-Simbel erinnern.
Auf den zweiten Blick sind es allerdings drei ältere Frauen (die Schwestern), mit undefinierbaren Kopf-Tuch-Turbanen, langen (Hexen)Fingern
und hervortretenenden Sehnen in Hals- und Handgelenks-Bereich.
Das Bühnenbild hat Aubrey Beardsley geschaffen, auch wenn es ganz aus Swarowski Kristal geschliffen ist.
Die Pyramdie sowie die Stufen sind ebenfalls mit feinsten Kristall-Schnee überhäuft.
Wie sich die fast hagelkornkleinen Kristalle auf der Schräge halten ohne abzurutschen bleibt ein Geheimnis.
Am linken Bühnenrand befindet sich eine kleine Plattform, gerade groß genug für den Thron des Königs.
Vorspiel vor dem Königsthron:
Die Worte sind leider nicht überliefert - im wesentlichen ist es ein Monolog über die Verantwortung der Könige und die Ohnmacht der Väter und das ganze vorgetragen in der des kurzweilige distanzierten Sicht des Stage Managers. Dieser Monolog - Worte alter Männer, die noch immer tief empfinden aber sich nicht mehr alterieren müssen - wird von König und Ego im Duett vorgetragen.
1.Akt
Mitten im Monolog lässt die zentrale Figur der Schwestern eine einzelne weiße Perle fallen, die langsam die Treppe hinabpflügt und einen kleinen Lawinenkegel in den Kristallschnee pflügt. Worauf Ego - mitten im Satz - von der Plattform auf die Stufen springt, dort eher ungeschickt landet, sich abrollt und irgendwie halbelegant auf die Beine kommt.
Ego trägt blaue Jeans, eine weißes Hemd mit hellen blauen Streifen, das bis zu den Ellbogen aufgekrempelt ist, keine Krawatte und schwarze Schuhe die ihm eine Nummer zu groß sind. Das Haar in der anarchistischen Langversion (41 Jahre, 2010)
Ego fängt die Perle auf, nimmt sie in die Hand und steigt die Stufen hinan.
Schwester: "So viel Aufwand für eine einzelne Perle?"
Ego: "Nichts wird übersehen, nicht wird vergessen, nichts geht verloren."
Frontalbeleuchtung der Bühne, zwei weitere Personen sind erkennbar.
Am linken Stufenrand auf halber Höhe die Tochter/die Frau (aus dem Monolg ist hervorgegangem dass es die Tochter ist - für den Rest des Stückes ist sie aber die Frau). Rechts auf der obersten Stufe etwas abseits - und näher am Bühnenrand - Alter Ego.
Schwester: "Und....wirst du sie lieben?"
Ego: "Ausreichend Zeit vorausgesetzt, ist das unvermeidlich."
Ego nähert sich der Frau.
Traumpsychologisch entspricht sie dem Archetypus der "wilden Frau", wie sie sich in den Musikvideos von Muse ("undisclosed desires") oder David Bowie ("Absolut Beginners") manifestiert hat. Letzteres hat auch ihr Kostüm inspiriert: ein Body mit Wildkatzenhafter Marmorierung in den Farben Violett und Grün, ausreichend kurvenbetont, darüber Fragmente aus anderen Kleidungsstücken (Rock, Bolero, Schleier, Schleppe,...) die nichts verhüllen sondern ihre Bewegungen
unterstreichen und die wahren Umrissen ihrer Präsenz dem Betrachter verschleiern, wie um zu unterstreichen, dass er diese Naturgewalt niemals ganz begreifen
wird. Ebenso unmöglich wie ihr Kostum ist ihre Frisur: eine wilde Lockenmähne, ebenso wallend wie hochgesteckt und eine Strähne tief ins Gesicht die den Blick in ihre Augen frei gibt.
Ego hat die Frau erreicht, wirft die Perle - die das Flugverhalten eines Tennisballes hat - spielerisch mit der Hand hoch und fängt sie wieder.
Inzwischen ist der Blick des Publikums - der sich nur mit übermenschlicher Kraftanstrengungung (und aufgrund der Tatsache, das es ihre Augen nicht aus der
Nähe sieht) von der Frau losgerissen hat - auch auf Alter Ego gefallen.
Alter Ego trägt blaue Jeans, eine weißes Hemd mit hellen blauen Streifen, das bis zu den Ellbogen aufgekrempelt ist, keine Krawatte und schwarze Schuhe die ihm eine Nummer zu groß sind. Das Haar in der herzensbrecherischen Fönversion (16 Jahre, 1986). Allerdings sind seine Jeans frisch gewaschen (und von Lacoste), das Hemd frisch gewaschen und gebügelt, und der Geruch des Haargels für das Publikum unriechbar aber zweifellos da.
Schwestern: "Und....wirst du sie WAHRLICH lieben?"
Ego (zur Frau gewandt): "Deine Schwestern?" (es ist keine Frage)
Frau: "Woher weißt du?"
Ego: "Sie nennen sich immer die Schwestern."
Dramatische Pause.
Frau: (ebenso bittend wie kokett) "Und wirst du mich lieben?"
Ego: unklar lachend
Alter Ego: (ebenso hilflos wie nachdrücklich) "Aber ICH liebe sie wahrlich"
Ego: "Wahrlich lieben? Ich liebe euch so wie ich euch sehe, so wie ihr seid. Eine Liebe, sehenden Auges, diese Liebe ist wäre Selbstaufgabe. Ist das die wahre Liebe?" (die Schwestern nicken und schütteln den Kopf gleichzeitig, ihr Grinsen ist ebenso uneindeutig aber auf jeden Fall bitter)
Ego: "Seine Liebe hingegen (ein nebensächliche aber keine abfällige Handbewegung in Richtung Alter Ego) - seine Liebe hingegen, ist etwas gegen das er sich nicht wehren kann, seine Liebe ist wie ein Unfall. Weil er euch so sieht wie ihr sein könntet, wie ihr sein werdet."
Harter Schnitt - wie er nur im Film vorkommt und
Letzter Akt
ein englischer Garten im Hochsommer, die 3er-Gruppe lustwandelt unter einem großen alten Baum. Vorne die Frau und Ego: sie hat eine grellblaue Fliegenklastche in der Hand - wir wollen es des Reizes wegen eine Reitgerte sein lassen - mit der sie bei
jeden Schritt leicht gegen ihr Bein schlägt. Neben ihr Ego, langsam gehend und ihr seine Geschwindigkeit aufdrängend, wie um intensiver die schwingende Bewegung ihrer Hüften geniesen zu können und den unvermeidlichen Moment der Trennung hinauszuschieben, denn inzwischen ist allen klar, dass das hier nur ein Intermezzo, ein Abenteuer ist (er ihres oder sie seines bleibt der Phantasie oder der Hoffnung überlassen), und dass er hier nur ein Platzhalter für den hinter ihnen dahertrottenden Alter Ego ist, der sich bewegt als hätte ihn Morris gezeichnet und wäre gerade aus einem Lucky Luke Comic gestiegen.
(Ego und Alter Ego sind 1986 natürlich NICHT die selbe Person und auch 2010 nicht, aber die Ähnlichkeit - und damit eine Art von Friedensschluss - wird dem unbekannten Autor (Ego kleidet sich 2010 genauso wie Alter Ego 1986) erst dann offensichtlich werden. Zwei die das selbe Ziel hatten, und den selben Weg gewählt haben. Ersatzspieler die ihrer Chance nachhirschen. Aber während meine Route den langen Weg durch die Wüste genommen hat, hat seine über den Blutacker geführt. Die Wüste hat mich geprägt und irgendwie trage ich sie immer noch im Herzen - fürchte sie nicht mehr und suche sie zuweilen, aber die Wunden seines Blutackers sind unzureichend vernarbt)
Sie: "Erzählt mir mehr von Euch" (und meint damit "Redet mehr über mich!")
Und bei jedem Schritt, den Sie auf den sattgrünen Rasen setzt, stiebt eine Schneewolke auf....
FADE OUT (aufwachen)
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Verhaltener Applaus.
Viktor Frankl sitzt im Publiukum und lächelt.
Montag, 15. November 2010
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